verschiedenste biotopbäume

Für den Erhalt der biologischen Vielfalt in unseren Wäldern sind Biotopbäume in ausreichender Qualität, Zahl und Verteilung sehr wichtige Lebensraumelemente.

Sie genießen als Habitatbäume bestimmter Arten sogar gesetzlichen Schutz. Biotopbäume werden bei uns von den Förstern blau markiert, damit  sie eindeutig erkennbar sind und nicht aus Versehen gefällt werden.

Biotopbäume dienen als Wohnstätten für viele Tierarten, die wiederum helfen, Massenvermehrungen schädlicher Insekten zu vermindern.

schräg gewachsene bäume

Schräg gewachsene Bäume sind wichtige Lebensräume für Flechten und Moose.

An der wasserzugewandten Oberseite finden Moose ideale Bedingungen, während die trockene Unterseite schräg gewachsener Bäume für Flechten attraktiv ist.

 

biotopbäume als lebensraum für pilze

Ein Drittel aller Pilze sind an Bäumen zu finden.

Holz ist für die meisten Insektenarten ein ungenießbarer Stoff. Erst die unauffällige Arbeit verschiedener Holzpilze erschließt ihn als Nahrungsquelle und Lebensraum für eine Vielzahl von Tierarten.

Die beginnende Zersetzungsarbeit bleibt in aller Regel unter der Rinde verborgen. Pilzfruchtkörper treten erst hervor, wenn die Holzzersetzung schon relativ weit fortgeschritten ist. Dennoch können auch diese Bäume noch viele Jahre am Leben bleiben, da Pilze fast ausschließlich abgestorbenes Holz abbauen. Pilze zerle­gen, manchmal im wahrsten Sinne des Wortes, den Baum.

bäume mit mulmhöhlen, stammfusshöhlen und zwieseln

Faulhöhlen im Stammfuss eines Baumes sind ein seltener Lebensraum für Käfer und Pilze. Aber auch als Tagrastplatz für Fledermäuse oder als Unterschlupf für verschiedene Kleinsäuger sind Stammfusshöhlen wichtig.

Der darin angesammelte Mulm, eine Mischung aus zersetztem Holz und Käferexkrementen, ist für viele Kleinlebewesen von existentieller Bedeutung. Zwiesel bezeichnet die Gabelungen von Bäumen in zwei oder mehrere Stämme.

bäume mit stammverletzungen

Rindentaschen bilden sich bei teilweiser Ablösung der Borke vom Stamm. Sie bieten einen geschützten, oftmals warmen und trockenen Lebensraum für zahlreiche Käferarten, Spinnen, Wespen oder Wildbienen.

totholz als wichtiger lebensraum

Der Begriff »Totholz« steht für vieles: Abhängig von der Baumart, stehend oder liegend, frisch abge­storben oder schon vermodert, dick oder dünn, besonnt oder nicht, entstehen am einzelnen Totholzstück Mikrohabitate und Nischen unterschiedlichster Art. Mit der Menge an Totholz nimmt das Vorkommen seltener, heute oftmals bedrohter, Tierarten zu.

Der letzte Entwicklungsschritt im langen Leben eines Baumes ist das Totholz.  In Urwäldern ist es ein elementarer, nicht wegzudenkender Bestandteil. Oftmals finden sich dort Totholzmengen von 50 Festmetern pro Hektar und mehr, je nach Waldgesellschaft.

Aus diesem Grund haben sich unzählige Arten daran angepasst, im und vom toten Holz zu leben oder es als Teil ihres Lebensrau­mes zu nutzen. Totholz ist daher eines der ökologisch wichtigsten Strukturelemente unserer Wälder. So leben in Mitteleuropa ca. 1.350 totholzbewohnende und holz­abbauende Käferarten sowie etwa 1.500 Großpilzarten in und am Totholz.

Das feucht-modrige Milieu umgestürzter Bäume nutzen Amphibien (wie z. B. Kammmolch und Feuersalamander) als Tages­versteck und Überwinterungsquartier.

bäume die potential haben sich zu biotopbäumen zu entwickeln

Das Ziel ist es, dass zukünftig im Durchschnitt zehn Biotopbäume pro Hektar stehen